Unterhaltsarbeiten zum Erhalt der Artenvielfalt
Die Schilfgürtel, Flachmoore und Riedwiesen rund um den Greifensee beherbergen hochangepasste Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren mit einer grossen Zahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Um diese Vielfalt zu erhalten, werden Naturschutzflächen regelmässig gepflegt. Ohne die Bewirtschaftung würden die Riedflächen innerhalb weniger Jahre verbuschen und verwalden, die wechselfeuchten Gewässerflächen würden ohne regelmässige Pflege verlanden. Damit würde eine Vielzahl von seltenen und geschützten Pflanzen- und Tierarten verdrängt.
Aktuell werden folgende Unterhaltsarbeiten in den Schutzgebieten rund um den Greifensee ausgeführt:
Das renaturierte Gebiet Stocklen am unteren Greifensee ist mit seinen verschiedenen Pionierlebensräumen wichtiger Rückzugsort für eine grosse Vielfalt an Arten. Damit Pioniergewässer ihren Charakter erhalten können, brauchen sie regelmässige Pflege. Ein solcher Pflegeeinsatz findet in Stocklen ab dem 3. August statt.
Die Pioniergewässer in Stocklen sind seit ihrer Neugestaltung im Jahr 2020 bereits stark eingewachsen. Damit in den Weihern und Mulden die Eigenschaften früher, dynamischer Lebensräume erhalten bleiben, werden sie mittels eines Pflegeeinsatzes ab dem 3. August schrittweise wieder in ihren Pionierzustand zurückversetzt: Mit einem Bagger wird der dichte Bewuchs samt Wurzelschicht entfernt, damit erneut vegetationsfreie Flachwasserzonen und offene Schlammflächen entstehen. Davon profitieren Libellen, Wat-Vögel sowie seltene Pflanzenarten wie beispielsweise Silber-Rohrkolben (Typha shuttleworthii), Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium) und Gnadenkraut (Gratiola officinalis).
Die Pflegemassnahmen erfolgen abschnittsweise, um die Natur zu schonen. Auch in den Folgejahren sind weitere Einsätze zur Schaffung und Pflege von Pioniergewässern geplant, um den Lebensraum langfristig auszubauen und zu sichern sowie den auf Pioniergewässer spezialisierten Arten eine dauerhafte Zukunft am Greifensee zu ermöglichen.
Damit sich die Vegetation und die Tierwelt in den Naturschutzzonen störungsfrei entfalten können, finden Unterhaltsarbeiten im Naturschutzgebiet normalerweise während des Winterhalbjahres statt. Die Wiederherstellung der pionierartigen Flachgewässer erfolgt jedoch aus guten Gründen im August:
- Günstige Witterung: Die trockene und heisse Sommerzeit sorgt für tragfähige Böden, was die Zufahrt für die Maschinen ermöglicht. In den wechselfeuchten Flachgewässern befindet sich zu dieser Zeit wenig oder kein Wasser. Im Winter ist das Gebiet erfahrungsgemäss oft zu nass für den Einsatz von Maschinen.
- Schutz der Vögel: Der Zeitpunkt anfangs August liegt gegen Ende der Brutperiode. In Rücksprache mit Vogelkundigen wurde der Einsatz so gelegt, dass die Vögel auf dem Herbstzug in den Süden wieder offene Schlickflächen antreffen, die als Rastplatz unverzichtbar sind.